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Fertigung und Stücklistenverarbeitung


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Begriffsdefinitionen


In SOG ERP (VACOS) werden vier verschiedene Arten von Stücklisten unterschieden:

 

Zubehörstückliste

Zu dem Fertigartikel werden für die Lagerentnahme Zubehörartikel mit aufgeführt, für die aber keine Lagerbestandsführung erfolgt.
Beispiel: Handbuch oder Bedienungsanleitung als Zubehör zu einem Lieferartikel.

Fertigungsstückliste

Das Fertigprodukt ist ein komplett neuer Verkaufsartikel, der durch eine relativ aufwändige Fertigung entsteht und über einen Fertigungsauftrag abgewickelt wird.

Der Fertigungsauftrag reserviert die einzelnen Artikelkomponenten und soll die Beschaffung der einzelnen Komponenten sicherstellen.

Hierbei führt die Fertigung zu Produktionsabgängen auf den einzelnen Artikelkomponenten und einem Produktionszugang auf dem Fertigprodukt. Enthaltene Ausbaupositionen (f091.kom_typ = 2) der Fertigung

führen zu Produktionszugängen der Ausbauartikel.

 

Zusammenstellungsstückliste

Das Fertigprodukt entsteht durch einen relativ einfachen Zusammenstellungsvorgang im Zuge der verkaufsseitigen Lagerentnahme. Die Darstellung in den Belegen kann unterschiedlich erfolgen. Für das Fertigprodukt wird intern über einen Fertigungsauftrag genau der Bestand aufgebaut, der durch den Verkaufsvorgang zur Auslieferung kommt. Es kann nicht auf einen eventuell vorgefertigten Bestand des Fertigprodukts zurückgegriffen werden. Zugriff auf Lagerbestand des Fertigprodukts ist nur über die Stücklistenart Fertigungsstückliste, die im Auftrag geändert werden kann, möglich. Diese Abwicklung führt ebenfalls zu Produktionsabgängen auf den einzelnen Artikelkomponenten und einem Produktionszugang auf dem Fertigprodukt und zwar erst zum Zeitpunkt der Fakturierung. Eine eventuelle Stornierung der Rechnung führt nicht automatisch zu einer Zerlegung des Fertigprodukts in seine Komponenten, sondern es entsteht der gefertigte Bestand auf dem Fertigprodukt.

Positionsgenerierungstückliste

Diese Stückliste dient der einfacheren Auftragserfassung, um bei Anwahl eines entsprechenden Stücklistenartikels mehrere Auftragspositionen zu erzeugen (die Komponenten der Stückliste), welche dann als komplett eigenständige Positionen abgewickelt werden.

Alle Stücklistenarten haben gemeinsam, dass für einen Artikel (Fertigprodukt) beschrieben wird, aus welchen Artikelkomponenten es sich zusammensetzt. Unterschiedlich sind die jeweiligen Verarbeitungsarten und deren organisatorische Einbettung in die Warenwirtschaft.

Notwendige Programme und Parameter

 

 

Globalparameter (p001) Fertigung

Festlegung der Grundeinstellungen und der Kontonummer des Fertigungslieferanten.

Lieferanten und Anschriften (p843)

Fertigungslieferant anlegen (Abteilung, Belegsteuerung)

Stücklistenverwaltung (p840)

Stammdatenpflege von Stücklisten

Artikel (p841)

Anzeige Stücklistenart und evtl. Hinterlegung Fertigungslieferant als Hauptlieferant

Verwalten Fertigungsaufträge (p312)

Erfassung und Verarbeitung von Fertigungsaufträgen

Bestellvorschläge wandeln (p233)

Fertigungsauftragsgenerierung aus Bestellvorschlägen (p231) beim Fertigungslieferanten nach eventueller Bearbeitung über das Einkaufscenter (ekc)

Organisation der Fertigung und Stücklistenverarbeitung


Die Fertigung wird verstanden als die Produktion eines neuen Artikels aus anderen Artikeln, die aus dem eigenen Bestand entnommen werden. Hierbei kann es sich auch um Dienstleistungen handeln. Eingekaufte Dienstleistungen müssen hierfür allerdings mit Lageranschluss angelegt werden, damit diese mit korrekter Bewertung in ein Fertigprodukt einfließen können. Ebenfalls können Eigenleistungen in eine Fertigungsstückliste mit einbezogen werden.

Weiterhin können neben den Entnahmepositionen auch Ausbaupositionen erfasst werden, diese werden in der Verarbeitung bei Nutzung von SOG WMS über das w203 verarbeitet und erzeugen Warenzugänge nach der Bearbeitung.

Bei einem kompletten Anschluss zur Finanzbuchhaltung ist für Eigenleistungen darauf zu achten, dass diese über eigene Statistikgruppen auswertbar organisiert werden, damit die Bestandswerterhöhung im Zuge einer Fertigung durch diese Eigenleistungen abgegrenzt ermittelt werden können. Dies ist für Korrekturbuchungen der Kosten in der Finanzbuchhaltung notwendig, da der Wert der Eigenleistungen doppelt in die Finanzbuchhaltung fließt - einmal durch die Lohnabrechnung und außerdem durch die Bestandswerterhöhung.

Die Eigenleistungen können als Artikel ohne Lageranschluss angelegt werden, müssen aber über eine einmalige Lagerbuchung mit Lageranschluss durch einen Lagervortrag mit einem Wert bebucht werden, damit die Einsatzbewertung einen Bewertungspreis für die Komponente der Eigenleistung in die Bewertung des Fertigprodukts mit einfließen kann.

Besonderheiten

 

 

Stornierung

Im Gegensatz zu anderen Vorgängen in SOG ERP (VACOS) kann ein gebuchter Fertigungsauftrag nicht storniert werden. Eine Zerlegung eines Produkts in seine Einzelteile stellt in jedem Fall ein Bewertungsproblem dar, da der Wert der Komponenten nicht eindeutig vom abgebenden Artikel abgeleitet werden kann. Ein Bestand auf einem Fertigprodukt kann aber über einen negativen Fertigungsauftrag, d. h. mit negativer Fertigungsmenge, in die einzelnen Komponenten zerlegt werden. Hierbei werden die einzelnen Buchungen auf Basis der einzelnen Artikel bewertet, was zu einer Wertverschiebung oder einem Restwert ohne Menge auf dem Fertigprodukt führen kann. Dieser kann im Rahmen einer Fehlerbearbeitung durch korrigierende Buchungen aufgelöst werden.

Erzeugung von Fertigungsaufträgen aus der Auftragserfassung

SOG ERP (VACOS) bietet die Möglichkeit, innerhalb der Auftragserfassung kundenauftragsbezogene Fertigungsaufträge zu erzeugen, damit die Beschaffung durch den hauseigenen Fertigungslieferanten sofort in Form einer Direktauftragsdisposition sichergestellt werden kann. Damit entfällt die Möglichkeit, die Beschaffung über die Disposition innerhalb der Bestellvorschlagsverwaltung in Form einer Bestellung über einen Fremdlieferanten zu realisieren. Folgende Bedingungen müssen erfüllt sein, damit ein kundenbezogener Fertigungsauftrag im Zuge der Auftragserfassung erzeugt wird:

  • In der Verkaufsposition muss die Dispositionsart als Direkteinkauf und der hauseigene Fertigungslieferant vorgegeben werden.

  • Der Fertigartikel muss im Artikelstamm auf den hauseigenen Fertigungslieferanten als Zwangslieferant eingestellt sein.

Terminermittlung

Der Terminermittlungsdialog für Stücklisten beinhaltet folgende Informationen:

  • Artikel, der die sofort lieferbare Menge bestimmt

  • Artikel, der den Liefertermin für die Gesamtmenge bestimmt

  • maximal zum vorgegebenen Solltermin herstellbare Menge mit dem Artikel, der diese Menge bestimmt

Fertigung mit Ausbaupositionen

Für Fertigungen können neben den regulären Entnahmepositionen (Rohartikel mit Produktionsabgang) Positionen erfasst werden die für den Ausbau im Fertigungsprozess bestimmt sind. Hierbei ist muss nach Anlage des Fertigungsauftrags der Entnahmeschein zunächst

über das <p225 - Freigabe Fertigungsbelege (fertbel)> erzeugt werden und die Kommissionierung der Entnahmepositionen erfolgen, die für den Fertigungsartikel notwendig sind. Die Bearbeitung der Ausbaupositionen erfolgt im Anschluss im Programm <w203 - Zugang Fertigung (lvswefert)>

bevor der Fertigungsartikel eingelagert wird.

  • In einer Fertigungsstückliste muss mindestens eine Entnahmeposition neben einer Ausbauposition enthalten sein

  • Ausbaupositionen können nur im Zusammenspiel mit dem SOG WMS genutzt werden, da eine Bearbeitung durch das <w203 - Zugang Fertigung (lvswefert)> notwendig ist

Bei Nutzung von Ausbaupositionen in der Fertigung wenden sie sich gerne an ihren SOG Projektleiter. Dieser wird die benötigten Prozesse und Einstellungen mit Ihnen konfigurieren.