Dieses Handbuch beschreibt, welche Einstellungen nötig sind, damit das System bei der Positionserfassung im p102 - Auftragsbearbeitung (aufbea) eine Mengenprüfung durchführt und dem Anwender einen Korrekturdialog anbietet.
1. Zwei verschiedene Prüfungen
Das Programm kennt zwei unabhängige Mengenprüfungen. Beide zeigen denselben Korrekturdialog, werden aber über völlig verschiedene Felder gesteuert. Wer nur die eine einstellt, wartet vergeblich auf die andere.
Verkaufsprüfmengen | Verkaufsprüfmenge 1/2 des Artikels | Prüfmengenverarbeitung im Kundenstamm |
Verpackungsprüfung | Verpackungs-, Gebinde- oder Paletteneinheit des Artikels | Steuerung Verpackungs-/Gebindeprüfungen im Firmenparameter |
Beide Prüfungen laufen bei der Positionserfassung hintereinander ab: erst die Verkaufsprüfmengen, danach die Verpackungsprüfung.
Passt die eingegebene Menge nicht, öffnet sich ein Dialog mit Artikel, Mengeneinheit, der maßgeblichen Prüfmenge und den zulässigen Alternativen:
die nächst kleinere aufgehende Menge
die nächst größere aufgehende Menge
die eingegebene Menge trotzdem akzeptieren
oder die Menge manuell neu erfassen
Eine Auswahl ist zwingend. Ohne Entscheidung erscheint der Hinweis Bitte Entscheidung über Funktionstaste/Button und der Dialog bleibt offen.
2. Verkaufsprüfmengen einrichten
Schritt 1 - Artikel: Prüfmenge hinterlegen
Programm Artikelverwaltung (p841 - Artikel (art)):
Prüfmenge der Stufe 1 | |
Feld direkt dahinter: legt fest, wie die Prüfmenge wirkt | |
Prüfmenge der Stufe 2 | |
Feld direkt dahinter: legt fest, wie die Prüfmenge wirkt |
Das Prüfmengenkennzeichen entscheidet über die Prüfungsart:
0 | Mindestmenge | Dialog nur, wenn die Menge die Prüfmenge unterschreitet |
1 | Abnahmeeinheit | Dialog, wenn die Menge kein Vielfaches der Prüfmenge ist |
2 | Mindestmenge mit Rechteprüfung bei Unterschreitung | wie 0, zusätzlich Recht vpchok nötig |
3 | Abnahmeeinheit mit Rechteprüfung bei Abweichung | wie 1, zusätzlich Recht vpchok nötig |
4 | Mindestabnahmemenge gilt nur bei nicht ausreichender verkaufsfähiger Menge | wie 0, aber nur bei Unterdeckung |
Die Prüfmenge muss größer als 0 sein. Ohne Eintrag findet keine Prüfmengenprüfung statt.
Schritt 2 - Kundenstamm: Prüfung einschalten
Programm Kundenstamm (p842 - Kunden und Anschriften (kans)), Bereich Allgemein. Feld Prüfmengenverarbeitung:
0 | Nicht verarbeiten - keine Prüfung |
1 | Verarbeitung mit Dialog |
2 | Automatische Mengenerhöhung, ohne Rückfrage |
Feld Prüfmengenstufe - es steuert, welche Prüfmenge des Artikels gilt:
0 | Stufe 1/Stufe 2 - Stufe 1 wird bevorzugt, sonst Stufe 2 |
1 | immer Stufe 1 |
2 | immer Stufe 2 |
Achtung: Bei Stufe 1 wird eine nur in Verkaufsprüfmenge 2 gepflegte Prüfmenge ignoriert - und umgekehrt.
Schritt 3 - Vorgangstyp prüfen
Der Vorgangstyp besitzt ein eigenes Feld Prüfmengenverarbeitung, das den Kundenstamm überschreibt:
Feld ist leer: der Wert aus dem Kundenstamm gilt.
Feld ist gefüllt: dieser Wert gilt und überschreibt den Kundenstamm - auch der Wert 0 (Nicht verarbeiten). Dann findet trotz korrekt gepflegtem Kundenstamm keine Prüfung statt.
Der wirksame Wert ist außerdem im Vorgangskopf des p102 sichtbar und dort änderbar. Bei der Fehlersuche immer zuerst dort nachsehen.
Schritt 4 - Programmparameter des p102 prüfen
Programm Programmparameter Auftragsbearbeitung (pp102 - Parameter Auftragsbearbeitung (aufbeapar)). Dort gibt es Sperren, die die Prüfung je Vorgangsart komplett abschalten:
keine Prüfmengenverarbeitung | |
keine Verpackungsprüfung | |
Sperre Prüfung Verpackungseinheiten bei Artikeln mit Prüfmengen | keine Verpackungsprüfung, wenn der Artikel eine als Abnahmeeinheit gepflegte Prüfmenge hat |
Für die Prüfung müssen die betreffenden Sperren auf 0 stehen. Die Werte gelten je Vorgangsart - eine Sperre kann also zum Beispiel nur Terminaufträge betreffen, während Sofortaufträge weiterhin geprüft werden.
Achtung - Abteilungssteuerung: Ist im pp102 die Abteilungssteuerung aktiv, gibt es je Abteilung einen eigenen Parametersatz. Maßgeblich ist dann der Parametersatz der Abteilung des Vorgangs, nicht der Firmensatz. Bei der Fehlersuche also unbedingt die Abteilung des Vorgangs feststellen und die Parameter genau dieser Abteilung prüfen. Ein sauberer Firmensatz sagt nichts darüber aus, ob die Prüfung in der betreffenden Abteilung freigeschaltet ist.
Schritt 5 - Benutzerrecht, nur bei Kennzeichen 2 und 3
Bei Prüfmengenkennzeichen 2 oder 3 muss der Anwender im Rechtesystem (p003 - Sachbearbeiter- und Rechteverwaltung (sachv)) das Recht vpchok besitzen. Ohne dieses Recht kann er die abweichende Menge im Dialog nicht bestätigen. Bei den Kennzeichen 0, 1 und 4 ist das Recht bedeutungslos.
3. Verpackungsprüfung einrichten
Schritt 1 - Firmenparameter: Prüfung einschalten
Programm Firmenparameter (p001 - Globaleinstellungen (glob)):
Verkauf | |
Einkauf |
Der Wert legt fest, gegen welche Einheit geprüft wird:
0 | Verpackungseinheit |
1 | Gebindeeinheit, ersatzweise Verpackungseinheit |
2 | Einheit gemäß Mengenfaktorenvorschlag im Kunden- oder Lieferantenstamm, ohne Ersatzstufe |
3 | wie 2, ersatzweise Verpackungseinheit |
4 | wie 2, ersatzweise Gebinde- oder Verpackungseinheit |
5 | Paletteneinheit, ersatzweise Gebinde- oder Verpackungseinheit |
Der Wert muss zu den am Artikel gepflegten Einheiten passen. Steht hier 0, wird ausschließlich die Verpackungseinheit herangezogen - eine gepflegte Gebindeeinheit bleibt dann wirkungslos. Bei Wert 2 findet keine Prüfung statt, wenn kein Mengenfaktorenvorschlag hinterlegt ist.
Schritt 2 - Artikel: Einheiten hinterlegen
Programm Artikelverwaltung (p841 - Artikel (art)):
muss größer als 1 sein, damit überhaupt geprüft werden kann | |
Feld direkt dahinter, siehe unten | |
nur nötig bei Steuerung 1, 4 oder 5 | |
nur nötig bei Steuerung 5 |
0 | auf Lagermengeneinheit | Prüfung der Menge |
1 | auf die im Vorgang eingegebene Anzahl | Prüfung der Anzahl statt der Menge |
9 | Information ohne Bezug | keine Prüfung gegen die Verpackungseinheit |
Eine Verpackungseinheit von 1 ergibt nie einen Dialog, weil jede ganzzahlige Menge ein Vielfaches von 1 ist. Ebenso erscheint kein Dialog, wenn die Menge exakt aufgeht, zum Beispiel 24 bei Einheit 12.
Schritt 3 - Kundenstamm: Prüfung nicht deaktivieren
Programm Kundenstamm (p842 - Kunden und Anschriften (kans)), Bereich Allgemein, Feld Deaktivierung Verpackungsprüfung:
0 | Alle Verpackungsprüfungen durchführen |
1 | Keine Verpackungsprüfung bei Vorgangsentstehung |
2 | Keine Verpackungsprüfung bei Zuteilungsmengenanpassung |
3 | Keine Verpackungsprüfung bei Vorgangsentstehung und Zuteilungsmengenanpassung |
Für die Prüfung in der Erfassung muss der Wert 0 oder 2 sein.
Schritt 4 - Mengenfaktorenvorschlag, nur bei Steuerung 2, 3 und 4
Programm Kundenstamm (p842 - Kunden und Anschriften (kans)), Feld Mengenfaktorenvorschlag. Nur die folgenden Werte wirken auf die Verpackungsprüfung:
1 | Verpackungseinheit |
2 | Gebindeeinheit/Verpackungseinheit vorschlagen |
8 | Paletteneinheit/Gebindeeinheit/Verpackungseinheit vorschlagen |
Bei allen anderen Werten liefert der Mengenfaktorenvorschlag keine Prüfeinheit. Die Verpackungsprüfung greift dann nur über die Ersatzstufen der Steuerung 3 und 4.
Hinweis: Für die Verkaufsprüfmengen aus Abschnitt 2 ist der Mengenfaktorenvorschlag nicht erforderlich. Er steuert dort lediglich, welcher Mengenfaktor auf der Positionsmaske vorgeschlagen wird.
Schritt 5 - Programmparameter des p102 prüfen
Siehe Abschnitt 2, Schritt 4: die Sperren Sperre Prüfung Verpackungseinheiten und Sperre Prüfung Verpackungseinheiten bei Artikeln mit Prüfmengen müssen auf 0 stehen.
4. Wann erscheint kein Dialog?
Auch bei vollständiger Einrichtung unterbleibt die Prüfung in folgenden Fällen:
Die Menge geht glatt in der Prüfeinheit auf.
Die Prüfung ist im pp102 für die Vorgangsart des Vorgangs gesperrt - bei aktiver Abteilungssteuerung im Parametersatz der Abteilung des Vorgangs.
Die Position liegt in einem Musterlager.
Die Rechnungsart des Vorgangs ist nicht Rechnung, zum Beispiel bei einer Gutschrift.
Die Menge wurde gegenüber dem letzten Prüflauf nicht geändert.
In der Kasse (p110 - Kassenabwicklung (kasseabw)) findet keine Prüfmengenverarbeitung statt, weil dort abweichende Mengen zulässig sind.
Vorgehen, wenn kein Dialog erscheint
Vorgangsart und Abteilung des Vorgangs feststellen, beides steht im Vorgangskopf.
Im pp102 für diese Abteilung die beiden Sperren für diese Vorgangsart prüfen.
Im Vorgangskopf des p102 den wirksamen Wert Prüfmengenverarbeitung prüfen, er kann vom Vorgangstyp abweichend zum Kundenstamm gesetzt sein.
Erst danach Artikel- und Kundenstammfelder prüfen.
5. Checkliste zur Inbetriebnahme
Artikel: Verkaufsprüfmenge 1 oder 2 größer als 0 gepflegt
Artikel: Prüfmengenkennzeichen passend gesetzt, 1 für Abnahmeeinheit, 0 für Mindestmenge
Kundenstamm: Prüfmengenverarbeitung 1 oder 2
Kundenstamm: Prüfmengenstufe passt zur gepflegten Prüfmenge
Vorgangstyp: Prüfmengenverarbeitung leer oder ungleich 0
pp102: Sperren Verarbeiten Verkaufsprüfmengen 0 für die genutzte Vorgangsart, bei aktiver Abteilungssteuerung im Parametersatz der Abteilung des Vorgangs
Bei Kennzeichen 2 oder 3: Recht vpchok erteilt
Firmenparameter: Steuerung Verpackungs-/Gebindeprüfungen im Verkauf beziehungsweise Verpackungsprüfung im Einkauf gesetzt und passend zu den gepflegten Einheiten
Artikel: Verpackungseinheit größer als 1, beziehungsweise Gebinde- oder Paletteneinheit je Steuerung
Artikel: Verpackungseinheitskennzeichen nicht 9
Kundenstamm: Deaktivierung Verpackungsprüfung 0
Bei Steuerung 2 bis 4: Mengenfaktorenvorschlag 1, 2 oder 8
pp102: Sperre Prüfung Verpackungseinheiten 0 für die genutzte Vorgangsart, bei aktiver Abteilungssteuerung im Parametersatz der Abteilung des Vorgangs
Position mit nicht aufgehender Menge erfassen, der Dialog muss erscheinen.